|
Das japanische ‘zen’ leitet sich ab vom chinesischen ‘chan’, und dieses wiederum vom indischen Sanskritbegriff ‘dhyana’ - und alle bedeuten Meditation. Zazen - Sitzen in Meditation ist das zentrale Hilfsmittel der Zenbewegung, um zur nicht dualistischen Wesensschau der All-Einheit zu gelangen.
In unserer durch Aufklärung und Rationalismus geprägten Welt ist der Dualismus von ‘Ich’ (Ego) und ‘Außenwelt’ von grundlegender Bedeutung für unsere Weltsicht. Hieraus können Probleme entstehen: ein aus der Sicht des Individuums wünschenswertes, starkes Ego führt wegen egoistischer Tendenzen oft zu Konflikten mit der Umwelt. Dagegen kann ein zu schwaches Ego vielfältige psychische Schwierigkeiten verursachen.
Zen hat zum Ziel, die Ego-Verhaftung des Individuums aufzuheben. Durch langjährige Praxis und durch plötzliche Erfahrungserlebnisse seiner Buddha-Natur (‘kensho’) gewinnt der Zen-Übende zunehmend eine Geisteshaltung der Ausgeglichenheit, des Gleichmuts, des Mitgefühls und letztlich von Zufriedenheit und Glück.
|