text-kyohakuan-1

Gärten werden als temporäre Paradiese bezeichnet. Temporär, weil man leider nicht dauernd darin leben kann, und auch deshalb, weil sie sich ohne ständige Pflege in Natur zurück verwandeln.

Bis in das 19. Jahrhundert war es in Europa die Regel, dass städtische Wohnungen keinen direkten Bezug zu Gärten hatten, falls in den innerstädtischen Wohnlagen überhaupt Gärten vorhanden waren.

Anders sah es bei dem traditionellen, japanischen Wohnhaus aus. Das wurde zwar meist auf sehr kleinem Grundstück errichtet, aber die Wohnräume hatten über Schiebewände und Terrassen eine starke Beziehung zu den überwiegend kleinen Gartenflächen, die mittels Mauern, Zäunen und Hecken vor den Straßen und den Nachbarn abgeschirmt waren.

Die Gärten der Wohnhäuser, der Zen-Tempel und der Teehäuser erreichten mit sparsamen Mitteln intensive Wirkungen im Wechsel der Jahreszeiten.

Literaturempfehlungen                                                                                Günter Nitschke ‘Gartenarchitektur in Japan’                                                   Teiji Itoh ‘Die Gärten Japans’